Wie gewinnt man Heads-Up Duelle?

Das Duell. Wenn am Pokertisch nur zwei Spieler sitzen, veraendert sich nicht nur der Wert der Hands, das Heads-Up Spiel verlangt auch eine komplett andere Spielweise.

Pre Flop Wahrscheinlichkeiten:

Als allererstes muss erwähnt werden, dass du alles vergessen musst, was du über Starthands und Preflop Spiel gelernt hast. Der Wert der Startblätter schwankt gewaltig, wenn du nur einen Gegner hast.

Die genaue Mitte aller Pokerhands liegt bei Q-7, mit diesem Blatt gewinnst statistisch gesehen 50% der Spiele im Heads-Up.

Paare sind immens wichtig, mit 7-7 gewinnst du in etwa bereits 65% der Hands, ein 2-2 pocket pair ist knapper Aussenseiter mit 49% Gewinnerwartung.

Die Gewinnerwartung wird mit dem nächsthöheren Paar um ca. 3% größer, zB 6-6 ca. 62%, 7-7 ca. 65%, 8-8 ca. 68%, ..., A-A ca. 85%.

Im Heads-Up sind auch die Asse entscheidend. Mit einem normalerweise unattraktiven Blatt wie A2 offsuit gewinnt man im statistischen Schnitt bereits 50% der Spiele.

Gute Heads-Up Spieler können besser abschätzen, welche Hand plötzlich an Wert gewinnen.

Psychologie:

Egal, ob sich gerade 2 Spieler zu einem Heads-Up Duell getroffen haben oder nur mehr 2 Spieler als Turnierfinalisten übrig geblieben sind, Heads-Up ist in jedem Fall auch in psychologischer Hinsicht ein etwas anderes Spiel.

Die wichtigste Fähigkeit, die ein guter Heads-Up-Spieler aufbringen muss ist das Spiel mit der Aggression.

Du muss selbst aggressiv spielen, wenn du im Vorteil ist und in der Lage sein, die Aggression des Gegners -je nach Situation- ins Leere laufen zu lassen oder die Aggression des Gegners gegen ihn selbst zu richten.

Spielweise:

Spiele VIELE Hands. Heads-Up Spezialist Chris Ferguson spielt zB 70-80% der Hands im Heads-Up und spielt Hands bis hinunter zu Jack high. Das ist natürlich hyperaggressiv, er will jedoch viele Situationen erschaffen, die seinen Gegner zu Fehlern verleiten.

Im Heads-Up ist es ratsam, mit JEDER Hand, die einen positiven Erwartungswert hat (also im Prinzip alles stärker als Q7) und sowieso jede Hand, die ein A oder K hat zu raisen.

Position:

Im Small Blind sollst du mit jedem vernünftigen Blatt raisen, da du diese Position bis zum Schluß hast und nutzen kannst. Denn wenn du den Flop triffst, sollte da bereits schon ein größerer Pot zusammengekommen sein und du bist in einer ausgezeichneten taktischen Situation. Wenn der Flop nicht passt, kannst du aufgrund der Position das Geschehen kontrollieren und unter Umständen Stärke demonstrieren.

Position (Small Blind) im Heads-Up heisst, wenn du aggressiv spielst, hast du Kontrolle über den letzten Bet, der in den Pot geht. Wenn du im Vorteil bist, erhöhst du den Pot, wenn du hinten bist, kannst du versuchen, den Pot klein zu halten.

Am Flop:

Wenn du irgendetwas am Flop getroffen hast, ist das schon ausgezeichnet. In einem 10er Tisch das mittlere Paar getroffen zu haben, bringt rein gar nichts, im Heads Up könnte aber alles, was du im Flop triffst, dich im Vorteil gegenüber deinem Gegner bringen.

Mit All-Ins braucht man sich nicht zu beeilen, aber ein All-In ist immer angebracht, wenn man die Nuts hat. Besonders wenn du vorher einmal All-In gegangen bist, könnte das zweite All-In leichter gecallt werden, weil der Gegner dich beim bluffen erwischen will.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass die besten Heads-Up-Spieler auch deshalb die besten sind, weil sie neben den erforderlichen Fähigkeiten auch jede Menge Erfahrung im Heads-Up haben und Spielsituationen, Typen von Gegnern etc. richtig gut einschätzen können.

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