Niederlagen im Poker

Rueckschlaege gehoeren auch zum Pokeralltag.

Die absurdesten Rückschläge und Niederlagen gehören zum Pokeralltag. Das weiss jeder Pokerspieler, aber wenn man selbst davon betroffen ist, trifft es jeden dennoch hart. Stellen Sie sich vor, Sie verlieren mit J-J gegen 9-2, und in der nächsten Hand verlieren Sie mit A-K gegen A-Q. Das ist bitter, und der gängigste Kommentar der Zuseher lautet meistens: thats poker! Als Betroffener helfen Kommentare wie diese in diesem Moment nicht viel, aber je besser ein Spieler ist, desto leichter fällt es ihm, mit solchen Situationen zurecht zu kommen und sie einfach als Teil des Spiels zu sehen.

Als Pokerspieler hat man keine andere Wahl, als sich den Hochs und Tiefs zu stellen und wissen, wie man mit Gewinn- und Verlustphasen umgeht. Bei einer Glückssträhne besteht die Gefahr, nachlässig zu werden, aber mit dem Gewinnen haben die wenigsten Spieler ein Problem. Umgekehrt ist es schwieriger. Viele beginnen nach unglücklich verlorenen Hands zu fluchen und werden zornig. Wer hier nicht ruhig bleiben kann, befindet sich auf dem Weg in den Bankrott.

Als Spieler hat man am Pokertisch einiges unter Kontrolle. Dann gibt es wiederum Dinge, die man teilweise unter Kontrolle hat. Und schließlich sind da diese Situationen, über die wir null Kontrolle haben. Und jedes Mal, wenn sich Pokerspieler über diese 3. Möglichkeit erzürnen, beginnen sie, schlechter zu spielen. Selbstdisziplin heisst dieses schöne Wort, das so leicht über die Lippen zu bringen ist, aber in der Praxis mitunter das Schwerste am Pokern ist. Je besser der Spieler, desto mehr konzentriert er sich auf die Dinge, die er unter Kontrolle hat. Sobald er das, was er nicht kontrollieren kann, in den Mittelpunkt stellt, verliert er vor allem eines: die Einsicht, dass schlechte Phasen einfach zum Spiel gehören und er einfach weiterhin sein bestes Poker spielen muss, egal was vorher passiert ist. Und die meisten Spieler verlieren die Kontrolle über sich selbst. Sie werden tilt, also kopflos, emotional.

Viele tragische Pokerschicksale lassen sich fast jede Minute an den Tischen besonders beim Online Poker beobachten. Solange alles "normal" läuft, ist alles in Ordnung. Sie spielen stundenlang professionell, vernünftig, mit Verstand. Und dann kommen plötzlich diese 5 Minuten, in denen große Pots verloren gehen, in denen man die genialsten Hands überraschend verliert usw. Plötzlich sind die Stunden zuvor wie weggeblasen und die Wut entsteht und der Spieler beginnt, sich wie ein wildgewordener Anfänger zu verhalten. Pots zu verlieren ist Poker-Alltag. Wer das nicht akzeptiert, darf nicht Poker spielen.

Wenn Sie sich einmal in so einer Situation befinden, dass sie nach gutem Spiel plötzlich in eine schreckliche Pechphase geraten, und fast schon bereit sind, mit Hands wie J-8 zu erhöhen, weil Sie schon mit jeder beliebigen Hand versuchen, Verluste wieder hereinzuholen, dann denken Sie sich: ein paar verlorene Pots können zwar weh tun, aber wie sehr schmerzt es, wenn man nur aufgrund seiner Emotionen die ganze Session verliert?